"A 320 Throttle Projekt"

Testbericht

Nr. 05 Mai 2003

Es ist sicher schon ein Jahr her, wenn nicht sogar länger, da erreichte mich ein Mail von Andreas Fiederling, in dem mir dieser mitteilte, dass er einen Throttle für den FS zu bauen gedenke, ihn eventuell in Kleinserie zum Vekauf anbieten möchte und mich fragte, ob wir an einem Test interessiert wären. Klar waren wir interessiert. Ein, zwei Monate werde er noch brauchen, meinte Andy...
Gut Ding braucht aber Weile und so strich viel Zeit ins Land und ich hatte Andy schon fast vergessen, als plötzlich wieder ein Mail eintraf und mir mitteilte, dass die erste Kleinserie fertig sei und in den nächsten Tagen ein Testgerät an unsere Redaktion geschickt werde. Oha!
Und tatsächlich, kaum eine Woche später hielt ich ein knapp vier Kilo schweres Paket von Fienec-Flugsimulationstechnik in Händen.
Inhalt, der 3,6 Kilo schwere Throttle, Füllmaterial, eine kleine,aber genaue Bedienungs- anleitung und ein unglaublich aufwendiger, sauteurer aussehender Nimbusschlüssel. Auf, an die Installation!

Ein Gameportanschluss
Man ist in der Zwischenzeit verwöhnt und eigentlich nicht mehr an Gameportanschlüsse gewohnt, erwartet USB. Doch wozu eigentlich? Es geht doch auch so. Also PC runtergefahren und das Teil an den Gameport angeschlossen. PC hochfahren und den Throttle – wie in der Gebrauchsanleitung angegeben – als 2 Achsen, 2 Tasten Joystick anmelden. O.K., lässt Windows verlauten – ein gutes Zeichen. Im Testfeld sind, bewegt man die Schubhebel, die Ausschläge jedoch kaum wahrnehmbar. Klar, wir hätten doch glatt auf’s Kalibrieren vergessen (hmmm... Profis am Werk....). Nach der Kalibrierung ist am Testfeld zu erkennen – der Throttle wird richtig erkannt und arbeitet.
Der nächste Weg führt uns – wieder laut Anleitung – in den Flusi und dort ins Menü „Zuordnungen“. Man wählt hier den neuen 2Achsen 2Tasten Joystick an, löscht sämtliche Joystickbelegungen, die der FS hier vorgibt und wählt Schub Triebwerk1 und Triebwerk zwei für die Hebel, sucht sich zwei Funktionen aus, die man den an der Seite der Schubhebel befindlichen Knöpfen zuordnen möchte (wir wählten Engine Auto-start und Engine Shutdown) und verlässt den Flusi.
Nun kommt der einzige „kritische Moment“. Es gilt, die FS2002.cfg zu editieren. Doch die
Gebrauchsanleitung erklärt auch das idiotensicher.
Danach geht’s wieder in den Flusi und weiter ins Menü zur FSUIPC, die der Throttle benötigt,
um richtig zu funktionieren. Hier wird der Throttle auf den FS kalibriert.
Und nun kann’s losgehen.

Deutsche Wertarbeit
Was soll man sagen, das Teil funktioniert tadellos, es fliegt sich schön damit – sowohl mit zweistrahligen, wie auch mit vierstrahligen Jets oder Turboprops. Kompatibilitätsprobleme sind uns bislang nicht aufgefallen, selbst die heikle Dreamfleet 737 lief problemlos. Einzig Airbusse mit Steuerung in Stufen konnten wir nicht ausprobieren. Ob die mit dem TH001/02 richtig funktionieren?
Doch mit allen stufenlos regelbaren Triebwerken ist dieser Throttle ein Vergnügen Es ist eben
ein gänzlich anderes Gefühl, als F3 oder F2 zu drücken oder einen kleinen Regler am Joystick zu schieben. Und beeindruckend ist es auch immer wieder, wenn man nach der Landung die Schubhebel auf Idle stellt und dann diese zwei kleinen Hebelchen ziehen kann, die die Schubumkehr einsetzen lassen. Vorbei mit F1, F2! Auch wenn die Umsetzung nicht 100%ig korrekt ist, die Hebelchen nicht die Sperre aufheben, um die Schubregler weiter zurück zu ziehen, sondern selbst die Schubumkehr regeln. Doch damit lässt sich gut leben.

Bleibt der Preis. Kleinserien sind teuer, Arbeit auch. Und davon steckt viel in dem Throttle. 579,- Euro ist nicht billig, sieht man sich aber die extrem saubere und stabile Verarbeitung an, ist der Preis durchaus als gerechtfertigt zu bezeichnen.

Erhältlich ist Andys Throttle derzeit nur bei Andreas Fiederling (Fienec-Flugsimulationstechnik) selbst. Ihn erreicht man per e-mail: andreasfiederling@web.de, oder man schreibt ihm an Fienec-Flugsimulationstechnik, Ziegelhaldenstr. 20, D-72666 Neckartailfingen.

Guido Fritdum